Die richtige Bauartklasse ist bei der Wohngebäudeversicherung wichtig. Ist dein Haus massiv gemauert und hat ein festes Dach, gilt in der Regel die Bauartklasse I (BAK I). Bei Fertighäusern unterscheiden die Versicherer die Fertighausgruppen 1 und 2 (FHG 1 und FHG 2).
Die Einstufung bestimmt, wie der Versicherer das Risiko bewertet, und wirkt sich damit auf den Beitrag aus. Stimmt sie nicht, kann es im Schadenfall Ärger geben.

Die Bauartklassen im Überblick
Die Versicherer unterscheiden Häuser nach dem Material der Außenwände und der Dacheindeckung. Je feuerbeständiger ein Haus gebaut ist, desto niedriger ist die Bauartklasse und desto günstiger ist in der Regel der Beitrag.
- BAK I: Außenwände aus Mauerwerk oder Beton, harte Dacheindeckung wie Ziegel, Beton oder Schiefer. Das ist der klassische Massivbau.
- BAK II: Außenwände aus Stahl- oder Holzfachwerk, ausgefüllt mit Stein, Glas oder Beton, harte Dacheindeckung.
- BAK III: Außenwände aus Holz oder Holzfachwerk mit Lehmfüllung, harte Dacheindeckung.
- BAK IV: Bauweise wie BAK I oder II, aber mit weicher Dacheindeckung wie Reet oder Stroh.
- BAK V: Bauweise wie BAK III mit weicher Dacheindeckung.
Fertighäuser: FHG 1 und FHG 2
Fertighäuser werden nicht nach Bauartklassen, sondern nach Fertighausgruppen eingestuft. Entscheidend ist, wie feuerhemmend die Wände gebaut sind und ob die Verkleidung außen und innen aus nicht brennbarem Material besteht. Die genaue Einstufung steht meist in der Baubeschreibung oder in den Unterlagen des Herstellers.
Warum die richtige Einstufung so wichtig ist
Gibst du eine zu günstige Bauartklasse an, zahlst du zwar weniger Beitrag. Im Schadenfall kann der Versicherer aber die Leistung kürzen, weil du das Risiko falsch beschrieben hast. Bei einem Brand geht es schnell um sechsstellige Beträge. Prüf deshalb die Einstufung, bevor du einen Vertrag abschließt oder wechselst.
Häufige Fragen zu Bauartklassen
Wo finde ich die Bauartklasse meines Hauses?
Sieh in deine bestehende Police, in die Baubeschreibung oder in die Bauakte beim Bauamt. Bei Fertighäusern hilft der Hersteller weiter. Im Zweifel schaue ich mir die Unterlagen mit dir an.
Was ist eine harte und was eine weiche Dacheindeckung?
Hart sind zum Beispiel Ziegel, Betondachsteine, Schiefer, Metall oder Bitumenbahnen. Weich sind Reet, Stroh oder Holzschindeln. Eine weiche Bedachung führt fast immer zu einer höheren Bauartklasse.
Ist ein Fertighaus teurer zu versichern?
Nicht unbedingt. Moderne Fertighäuser der Gruppe FHG 1 werden von vielen Versicherern ähnlich günstig eingestuft wie ein Massivhaus. Bei FHG 2 ist der Beitrag meist etwas höher.
Was passiert, wenn ich die Bauartklasse falsch angegeben habe?
Melde dich am besten sofort bei deinem Versicherer oder bei mir. Eine Korrektur vor einem Schaden ist unproblematisch. Fällt die falsche Angabe erst im Schadenfall auf, kann der Versicherer die Leistung kürzen.
Ändert eine Holzfassade oder Dämmung die Bauartklasse?
Das kann sein. Eine nachträgliche Holzverkleidung oder bestimmte Dämmungen können die Einstufung verändern. Gib Umbauten deshalb immer an deinen Versicherer weiter.
Du kaufst gerade ein Haus? Dann hilft dir auch die Immobilienbewertung für die richtige Versicherungssumme.