
Gaunerzinken sind Zeichen, die früher von umherziehenden Menschen und Gelegenheitskriminellen genutzt wurden, um anderen kurze Hinweise zu geben. Man ritzte oder malte sie etwa an Wegkreuze, Mauern oder Gasthäuser. Je nach Zeit und Gruppe konnten sie zum Beispiel anzeigen, ob man dort Hilfe oder eine Mahlzeit erwarten konnte, oder vor einer Gefahr warnen. Die Zeichen hatten aber keine überall einheitliche Bedeutung.
Heute kursieren viele Listen, die behaupten, bestimmte Kreidestriche oder Symbole an Haustüren würden Einbrechern verraten, ob ein Haus lohnend oder leicht zugänglich sei. Solche Deutungen sind oft nicht verlässlich: Ein einzelnes Zeichen lässt sich kaum sicher als Gaunerzinken erkennen oder übersetzen, und harmlose Kritzeleien oder Markierungen können ähnlich aussehen
Wenn du selbst eine verdächtige Markierung findest: Mach ein Foto, entferne sie von deinem Grundstück und achte auf konkrete verdächtige Aktivitäten. Bei unmittelbarer Gefahr oder einem Einbruchsversuch ruf die Polizei. Ein Zeichen allein beweist aber nicht, dass jemand dein Haus beobachtet.
